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Die ersten Tage

Oliven, Oliven, Oliven.
Und dieses Jahr ist ein schlechtes Jahr. Oliven werden so geerntet:
Man bricht morgens halb acht froh, heiter und munter in den Oelberg auf. Dort sieht man sich dann 100erten von Baeumen gegenueber. Gluecklicherweise sind die Olivenbaeume, die in der Sonne fast silbern glaenzen, nicht sehr hoch, vielleicht bis maximal 3 m.
Um die Oliven aufzufangen breitet eine grosse schwere Plane (auf us.amerikanisch "tarpoline", was man aber nicht sagt, sondern es heisst nur "tarp") unter den Baeumen aus. Wenn sichergestellt ist, das keine Oliven einfach nur in das trockene Gras plumsen werden, dann kann die Ernte losgehen. Entweder harken wir, oder wir schlagen die Zweige. Mit dem Schlagen bin ich nicht einverstanden. Ich habe den Eindruck den Baeumen gefaellt das ueberhaupt nicht, also nehme ich gar nicht erst so einen Stock in die Hand, sondern harke schoen brav, als gutes Vorbild. Das ist zwar nicht die effizienteste Methode, letztendlich bleiben bei der Pruegelmethode mehr Oliven an den Aesten, so dass ich mein Werk mit der Hark immer gut verteidigen kann. Zudem ist dieses Jahr ein schlechtes Jahr, was nichts anderes heisst als dass jeder Tropfen und damit jede Olive zaehlt. Um einen halben Liter Oel pressen zu koennen muessen 4 Kg Oliven in die Presse gebracht werden. Das ist ne ganze Menge.
Die Plane wird von Baum zu Baum gezogen, bis sie richtig schoen voll mit Oliven ist. In einer Plastebox geht es letztendlich ab in die Presse, was nach der Ernte sehr schnell geschehen muss, da die Oliven nach dem Pfluecken schon anfangen zu fermentieren.
Die Arbeit ist hart, aber es geht noch, es riecht sehr gut in den Oelwaeldern, die Jungs die hier mit arbeiten sind sehr witzig und albern, so dass ich auf meine Kosten komme. Ich geniesse einfach nur die Sonne, die Waerme, die Bewegung, das Leben.
Und slebstverstaendlich das traditionelle Olivenernteessen: Weissbrot, mit Tomaten, Gurken, einer Art Quark.Kaese und selbstgepresstem Oilvenoel!
12.11.05 20:13




in den letzten wochen ist eigentlich nichts aufregendes passiert.
olivenbaeume harken, inzwischen bin ich auch in der lage auf die baeume einzudreschen. warum? tja, ich hatte hier eine grosse freude> denn es existieren cellis im kibbutz. der besitzer ist ein alter knacker wuerde ich fast sagen, ein netter herr, new yorker in seiner jugend, heute hier im kibbutz ein kuenstler im kochen, figuren bauen und in der musik. ich konnte ein wenig auf seinem cello spielen, er riet mir ich soll versuchen mehr rauszuholen. und das mache ich jetzt ueberall. mehr rausholen. (-:

letztes wochenende war ich endlich in jerusalem.



eine stadt fuer die ich noch kein adjektiv finden kann.



was schade ist, ist dass ich da so allein rumlatsche. so viele eindruecke und ich bin stumm. soll ich da etwa selbstgespraeche fuehren?
die alte stadt besteht fast nur aus mauern oder geschaeftstrassen, die, als ich dort war fast alle groestenteils geschlossen waren. dafuer betete ein gewusel und gewimmel an der westmauer des ehemaligen tempels/ich musste an ameisen denken. nach einer weilte fing ein muezzin an, konkurrenz lauert ueberall. auf diesem platz soll gott adam und eva geformt haben und fuer die moslem ist es der mittelpunkt der welt.
ich sass einfach nur da, sah, atmete ein und aus, lies alles in mich rein. natuerlich stellte ich mir auch einige fragen, z.B. was aus meinem leben noch alles so werden soll. es ist wirklich nicht immer leicht allein zu reisen. aber was passierte? ich kam mit einem netten englaender ins gespraech, wir gingen gemeinsam durch die stadt, dann kam noch ein franzose und schon hatten wir die schoenste eurozentristischste diskussion, die man sich nur denken kann. da wegen des schabbats alles geschlossen war, gingen wir ins hostel, setzten uns zu einer japanerin, die zu unserer diskussion herzerweichend beitrug. "i am so happy here in jerusalem. worship. ponuteer. i am like jerusalem. i can go to bet knesset and hakkother, i am so happy." vieles, was in dieser stadt passiert, ist sicher geheimnisvoller als die alten mauern und gassen.




so viel erst mal zu meinem besuch in der heiligen stadt. ich erging mich auch ausgiebig im modernen gebiet, ehrlich gesagt, dort habe ich micht wohler gefuehlt. ...

mit der olivenernte sind wir so gut wie fertig. weiter gehts mit baeume beschneiden. im fruehjahr machte jemand einen radikalen schnitt, saegte die kronen von den staemmen, die baeume waren zu hoch als das man die oliven noch erreicht haette. das ergebnis jetzt: tausende von trieben an jedem baum. ueberall. wir frisieren die baeume so, dass naechstes jahr hoffentlich tonnen von oliven an ihnen wachsen. mehrere hundert baeume.

ob alles ok ist weiss ich nicht, es ist anstrengend mit meinem hausmitbewohner. und manchmal auch mit der sprache, ich kann nicht immer sagen was ich moechte.

viele liebe gruesse an euch alle,
ines.

27.11.05 19:34





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